30. April 2012 15:53 Uhr
Wer wird schon gerne an die eigenen Niederlagen erinnert. Die Dänen anscheinend nicht. Jedenfalls hat ein Wissenschaftler herausgefunden, dass der Verlust Norwegens im Jahr 1814 in der dänischen Geschichtsschreibung sehr stiefmütterlich behandelt wird. Rasmus Glenthøj untersuchte zahlreiche norwegische und dänische Quellen aus dieser Zeit und aus späteren Jahren.
Ergebnis: Während in Norwegen Dänemark eine große Rolle spielte, wurde das Nachbarland umgekehrt kaum noch behandelt. So gebe es zum Beispiel mehr als 15.000 Bücher zur dänischen Rolle im Zweiten Weltkrieg, aber nur wenige Hundert zu der Zeit um 1814.
Die Dänen beherrschten Norwegen mehrere Jahrhunderte lang. Nach einem verlorenen Krieg an der Seite Frankreichs mussten sie es per Vertrag an Schweden abtreten. Glenthøj meint, das sei eines der wichtigsten historischen Ereignisse Dänemarks - auch wenn seine Landsleute es nicht wahrhaben wollten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)