2. Mai 2012 07:26 Uhr

US-Musiker diskutieren über Jazz - rassistischer Begriff?

Ist Jazz ein rassistischer Begriff? Darüber wird derzeit in den USA gestritten, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Hintergrund ist ein Blogeintrag des Pianisten Nicholas Payton. Er habe vor einigen Monaten geschrieben, Jazz sei nicht mehr cool. Der Begriff stamme aus einer Zeit, in der schwarze Amerikaner als Nigger bezeichnet worden seien. Deshalb brauche die Musik dringend einen neuen Namen.

Jazz entstand ungefähr um 1900 in den Südstaaten der USA und wurde ursprünglich vor allem von Afroamerikanern gespielt. Payton meint allerdings, es sei kein Geheimnis, dass Schwarze die Musikrichtung heute als weiß begriffen.

Der Pianist Jason Moran, leitender Jazz-Kurator am Kennedy Center in Washington, begrüßte laut "SZ" die Debatte. Sie reflektiere eine immer wieder aufflammende Auseinandersetzung innerhalb der schwarzen Musikergemeinschaft. Früher sei die Defintion von Jazz sehr frei gewesen. Nun bemühe man sich, die sozialen und historischen Konnotationen in den Griff zu bekommen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)