2. Mai 2012 17:35 Uhr

Ötzi-Überraschung: Blutreste an der 5.300 Jahre alten Mumie gefunden

Ötzi ist doch immer wieder für eine Überraschung gut. Forschern ist es gelungen, erstmals Blutreste an der 5.300 Jahre alten Gletschermumie zu finden.

Wie sie in einem Fachmagazin schreiben, gelang der Nachweis roter Blutkörperchen mit Hilfe eines Rasterkraftmikroskops. Untersucht wurden demnach Gewebeschnitte aus einer Pfeilschuss-Wunde am Rücken und einer Schnittwunde an der rechten Hand. Das Gerät habe die Oberfläche der Proben vermessen und ein dreidimensionales Abbild gezeichnet. Das habe die klassische "Doughnut-Form" von Blutkörperchen gezeigt.

Außerdem stießen die Forscher nach eigenen Angaben an der Pfeilwunde auf Fibrin, ein Protein, das die Blutgerinnung steuert. Das untermauere die These, dass Ötzi direkt an seinen Verletzungen gestorben sei und nicht erst einige Tage danach.

Die Leiche von Ötzi wurde 1991 in den Ötztaler Alpen entdeckt. Durch zahlreiche Untersuchungen weiß man mittlerweile, wie er in der Jungsteinzeit lebte, wie er aussah, welche Werkzeuge er benutzte und welche Krankheiten er hatte.

Die Studie ist im Fachmagazin "Journal of the Royal Society Interface" erschienen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)