4. Mai 2012 14:16 Uhr
Die britischen Kolonialherren waren in Südasien für die Verbreitung von Malaria mitverantwortlich. Zu diesem Ergebnis kommt Gastprofessorin Elizabeth Whitcombe an der Universität Maryland. Sie hat untersucht, welchen Einfluss der ungebremste Bau von Kanal- und Bewässerungsnetzen während der Kolonialzeit auf die Ausbreitung der Tropenkrankheit im Gebiet des heutigen Indien, Bangladesch und Pakistan hatte. Dafür hat sie geologische Daten seit dem Jahr 1870 ausgewertet und mit den Meldungen über Todesfälle verglichen. Bei einem Drittel der von ihr erfassten Todesfälle waren Infektionen wie Malaria die Ursache. Diese Fälle häuften sich in Regionen mit natürlichen oder künstlich angelegten Flussdeltas. Das Urteil der Forscherin: Viele der Wasserprojekte der Kolonialzeit seien im Hinblick auf die gesundheitlichen Folgen kurzsichtig gewesen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)