7. Mai 2012 06:54 Uhr

Japan: Forscher sieht wenig Fortschritte bei Energiewende

In Japan tobt ein politischer Krieg um die Atomkraft. Das sagte der japanische Energieforscher Tetsunari Iida der "Tageszeitung". Während der Großteil der Bevölkerung und viele Lokalpolitiker gegen das Wiederanfahren der Akw seien, dränge die Wirtschaft darauf, um die derzeit hohen Brennstoffkosten der konventionellen Öl-Kraftwerke einzusparen. Die Regierung habe jedoch bisher den Schutz der Bevölkerung vor Ort nicht verbessert. Denn die neuen Stresstests überprüften zwar, ob die Meiler Erdbeben und Tsunamis technisch aushalten könnten. Die Checks bezögen aber nicht menschliches Versagen oder Terrorismus ein.

Iida zufolge sind die Strukturen des Systems "Atomdorf" weiterhin stark - so wird die enge Verflechtung aus Atomindustrie, Medien und Politik bezeichnet. Aber der Energieforscher glaubt, dass sich das Land in den nächsten zehn Jahren grundsätzlich wandeln wird - etwa in die Richtung erneuerbarer Energien.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)