7. Mai 2012 08:25 Uhr

Ebadi warnt: Mangelnde Toleranz für Islam fördert Fundamentalismus bei Jugendlichen

Mehr Toleranz gegenüber dem Islam - als Schutz vor Fundamentalismus. So argumentiert die iranische Autorin Shirin Ebadi, die gestern den Avicenna-Preis für interkulturelle Verständigung erhalten hat. Sie sagte, die Identität und Religion muslimischer Jugendlicher würden in Deutschland nicht ausreichend akzeptiert. Deshalb näherten sich viele von ihnen fundamentalistischen Ideen an.

Ebadi hatte 2003 schon den Friedensnobelpreis erhalten. Den mit 50.000 Euro dotierten Avicenna-Preis erhielt sie nun laut Jury, weil sie sich "in besonderem Maß um das friedliche und freiheitliche Zusammenleben der Menschen in Orient und Okzident verdient gemacht" habe.

Der Preis erinnert an den persischen Arzt und Universalgelehrten Avicenna, der im elften Jahrhundert lebte. Eigentlich hieß er Abu Ali Ibn Sina. Sein medizinisches und philosophisches Werk spielte lange Zeit nicht nur in der arabischen Welt, sondern auch in Europa eine wichtige Rolle.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)