9. Mai 2012
Warum haben nur so wenige Frauen erblichen Brustkrebs? Darüber wundern sich Forscher besonders, seitdem eine Studie belegt hat, dass Frauen mit Brustkrebs-Mutationen im Erbgut eigentlich fruchtbarer sind. Die Trägerinnen der Genmutationen hatten sogar bis zu zwei Kinder mehr als Frauen aus einer Vergleichsgruppe. Frauen, bei denen eines von zwei bestimmten Genen verändert ist, haben ein deutlich höheres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Wenn die Trägerinnen also fruchtbarer sind, müssten sie die kaputten Gene auch häufiger weitergeben. Im Fachblatt "Proceedings of the Royal Society B" präsentiert nun ein Forscher der australischen Universität Adelaide seine Theorie, warum nach wie vor im Schnitt nur eine Frau von 500 die Genmutationen besitzt.
Seiner Ansicht nach ist zumindest ein Grund der Großmutter-Effekt. Einer älteren Studie zufolge bekommen Frauen mehr Kinder, wenn eine Großmutter da ist, die sich liebevoll um sie kümmert. Der australische Forscher argumentiert nun: Stirbt die Großmutter frühzeitig an Brustkrebs, bliebe der Effekt aus. Das schränke die Ausbreitung der Gene ein. Der Großmutter-Effekt ist allerdings umstritten.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)