9. Mai 2012

Human Rights Watch: Justizsysteme in Afrika mitschuld an hohen HIV-Zahlen

Die meisten HIV-Infizierten der Welt leben in Afrika südlich der Sahara - und die meisten dort leben in Gefängnissen. Das darf nicht so bleiben, fordert die Organisation "Human Rights Watch". Im Fachmagazin "PLoS Medicine" schreiben zwei Mitglieder, nicht nur die Übertragung von HIV, sondern auch von Tuberkulose werde in den Gefängnissen gefördert: durch Überfüllung und fehlende medizinische Versorgung. Das gehe aus Befragungen von Häftlingen und leitenden und medizinischen Angestellten in Gefängnissen in zehn Ländern hervor.

Die Autoren haben auch mehrere Verbesserungsvorschläge. Neben Vorsorge und Behandlung von HIV und Tuberkulose fordern sie auch Änderungen im Justizsystem. Wenn möglich, sollten häufiger Strafen ohne Haft verhängt werden, zum Beispiel Sozialstunden. Außerdem warteten Inhaftierte viel zu lange auf ihre Verhandlung.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)