9. Mai 2012

Hintergrund: PCB-Skandal

Zwei Jahre nach der Aufdeckung des PCB-Skandals in Dortmund beginnt geute heute der Prozess gegen vier Mitarbeiter des Entsorgers Envio. Wir erklären, was damals passiert ist: Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass Envio aus Gewinnsucht auf grundlegende Vorsichtsmaßnahmen bei der Entsorgung der hochgiftigen Chemikalie PCB verzichtet hatte. Diese Substanzen wurden bis in die 80er Jahre als Isolierflüssigkeit in Transformatoren verwendet und sind seit 1989 in Deutschland verboten.

Bei der Entsorgung der Transformatoren bei Envio in Dortmund wurden über 50 Menschen hochgradig kontaminiert. Dutzende Mitarbeiter erlitten schwere Vergiftungen. Aber nicht nur die Firma Envio stand im Fokus. Zwei Gutachten kritisieren auch die staatliche Kontrolle durch die Bezirksregierung. Gegen die Kontrollbehörde gingen Strafanzeigen ein, weil sie illegale Entsorgungspraktiken geduldet haben soll. Diese Ermittlungen wurden eingestellt. Die Landesregierung in Düsseldorf kündigte als Konsequenz an, Stellen im Arbeits- und Umweltschutz aufzustocken und eine zentrale Anlaufstelle für Arbeitnehmer einzurichten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)