9. Mai 2012

Menschliche Gehirnentwicklung älter als gedacht

In Südafrika wurde vor vielen Jahren der Schädel eines etwa vierjährigen Vormenschen-Kindes entdeckt - seitdem beschäftigt der Fund die Wissenschaft. Forscher der Universität Zürich haben es jetzt geschafft, an dem Fossil zu zeigen, dass sich das menschliche Gehirn schon früher auf seine typische Art entwickelt hat als bisher angenommen. Auf dem Fundstück sind die Schädelnähte, oder Suturen, gut sichtbar. An den Suturen wachsen Knochen, so dass der Schädel sich für das wachsende Gehirn ausdehnen kann. Wächst das Gehirn nicht mehr, verknöchern die Nähte.

Bei dem Kinderschädel eines Australopithecus ist noch eine Sutur zwischen den beiden Hälften des Stirnschädels zu sehen. Diese Naht ist nach Angaben der Forscher bei den meisten Schimpansenkindern im gleichen Alter schon verknöchert, bei Menschenkindern aber oft nicht. Das liege daran, das menschliche Gehirne nach der Geburt länger wachsen als die von Schimpansen. Die Forscher fanden die Sutur auch bei anderen Frühmenschen der gleichen Art und schließen daraus, dass die typisch menschliche Gehirnentwicklung älter ist, als bisher gedacht.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)