11. Mai 2012

Seitensprung: Vogelweibchen ergreifen die Initiative

Früh am Morgen, wenn es noch dunkel ist, gehen Vogelweibchen heimlich fremd. Unbeobachtet flattern sie zum Nachbarn ins Nest, halten ein Schäferstündchen und sind zurück bevor ihr Partner etwas mitbekommt. So machen das vor allem kurzlebige Singvögel. Bart Kempenaers vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesenerklärte im Deutschlandradio Kultur, Seitensprünge seien bei Vögeln mindestens ebenso verbreitet wie bei Menschen. Warum Männchen das machten, sei leicht zu verstehen: Sie könnten ihr Erbgut verbreiten und einem anderen Männchen die anstrengende Aufzucht des Nachwuchses aufzwingen. Allerdings gehe die Initiative meist von den Weibchen aus. Es gebe mehrere Thesen, um das zu erklären: Wahrscheinlich sei, dass Weibchen sich damit gegen eine mögliche Unfruchtbarkeit ihres Partners versichern, außerdem tauschten sie oft Sex gegen Nahrung und Nistmaterial. Der Forscher betonte: Besonders treu seien langlebige Arten wie Schwäne und Albatrosse. Diese seien aber auch besonders sorgfältig in der Wahl ihrer Partner.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)