14. Mai 2012
Wer auf die Intensivstation muss, ist in der Regel ernsthaft krank. Die anschließende Genesung ist deshalb ein schwieriger Prozess. Bei manchen Patienten führt er zu posttraumatischen Störungen wie Stress, Angstzuständen und Depressionen. Mediziner von der Karolinska-Universität im schwedischen Solna haben herausgefunden, dass Frauen doppelt so häufig unter diesen Störungen leiden wie Männer. Außerdem brauchten sie länger, um sich davon zu erholen. Gründe dafür nennen die Forscher nicht. Die Untersuchung von Krankenakten habe aber ergeben, dass sich die posttraumatischen Störungen gut behandeln ließen - und zwar mit einem neuen Therapiekonzept, das 2006 in Schweden eingeführt wurde. Es sieht vor, dass sich Patienten nach ihrer Entlassung von der Intensivstation in regelmäßigen Abständen mit Physiotherapeuten oder Ärzten treffen und die Intensivstation noch einmal besuchen. Bei Frauen führe das zu einer deutlichen Linderung der Symptome. Bei Männern zeige die Therapie dagegen keinerlei Effekt. Wieso, blieb unklar.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)