18. Mai 2012
Auch norwegische Rentiere spüren die Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Denn auch 26 Jahre danach ist die norwegische Gebirgsregion Jotunheimen stärker radioaktiv verseucht als erwartet. Zu diesem Ergebnis kommt das Norwegische Geologische Institut in einer Studie. Untersucht wurde ein 3.000 Quadratkilometer großes Gebiet. Darin weiden auch rund 7.500 Rentiere. Die Strahlung liegt demnach bei bis zu 70 Kilobecquerel pro Quadratmeter. Nach der deutschen Strahlenschutzverordnung gilt der Boden ab zehn Kilobequerel als verseucht.
Wie einer der Forscher erklärte, waren die Messausrüstungen 1986 weniger genau. Zudem sei die Belastung damals offenbar höher gewesen als angenommen. Aufgrund der neuen Ergebnisse sollen nun auch andere Regionen untersucht werden.
Die radioaktive Wolke von Tschernobyl zog zuerst nach Skandinavien, wo auch erstmals Alarm gegeben wurde. Wegen der Kontamination von Moosen, Flechten und Pilzen wurden viele zehntausend Rentiere verseucht, deren Fleisch zum Teil bis heute nicht für den Verzehr freigegeben ist.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)