18. Mai 2012
Der Krieg hinterlässt viele Wunden - oft auch geistiger Natur. Eine Studie der Universität Harvard zeigt aber nun: Die Quote traumatisierter US-Soldaten, die aus den Kriegen im Irak und in Afghanistan zurückgekehrt sind, liegt deutlich niedriger als erwartet. Im Fachmagazin "Science" erklären die Forscher, dass etwa vier Prozent aller entsandten Soldaten an posttraumatischen Stresssyndromen leiden würden. Unter denjenigen mit Kampferfahrung seien es knapp acht Prozent.
Wegen der Erfahrungen des Vietnam-Kriegs war man von deutlich höheren Zahlen ausgegangen. Damals sei etwa ein Drittel der Soldaten traumatisiert zurückgekehrt. Die Forscher finden für die unerwartet niedrige Quote zwei Erklärungen. Zum einen seien die Kriege in Afghanistan und dem Irak weniger tödlich verlaufen. Es starben etwa 5.000 US-Soldaten, in Vietnam waren es mehr als zehnmal so viele. Außerdem habe sich die psychologische Betreuung deutlich verbessert.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)