21. Mai 2012

Aserbaidschan: Kritischer Sänger aus Angst vor Verfolgung geflohen

"Ich lebe in einem Land, wo idiotische Dinge passieren." Deshalb habe er sich dafür entschieden, Aserbaidschan zu verlassen und nach Deutschland zu kommen. Das sagte der Sänger Jamal Ali aus Baku der "Tageszeitung". Einmal habe er bereits im Gefängnis gesessen und ihm sei von der Polizei angedroht worden, dass er wieder verhaftet werde, sollte er weiter kritische Lieder texten.

Die Menschen in seinem Heimatland Aserbaidschan hätten keine Möglichkeiten, ihre Meinung zu sagen. Viele jedoch hätten sich bereits damit abgefunden, dass Präsident Ilcham Alijew noch lange herrschen werde und lehnten sich nicht auf.

Ob der 24-jährige Sänger in Deutschland politisches Asyl beantragen wird, hat er noch nicht entschieden. Nach Baku werde er vorerst aber nicht zurückkehren.

Am 26. Mai wird das Finale des Euro Vision Song Contest in Aserbaidschan ausgetragen. Das Land steht wegen der Unterdrückung von Menschenrechten und der Behinderung der Pressefreiheit international in der Kritik.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)