21. Mai 2012
Das Bauchgefühl kann bei der Suche nach Vermissten hilfreich sein, darf die Ermittler aber nicht blenden. Das sagte der Polizeipsychologe Adolf Gallwitz von der Polizeihochschule Villingen-Schwenningen hier bei DRadio Wissen zum Tagesthema. Es sei ebenso wichtig, die Faktenlage genau zu kennen, deshalb müssten Freunde und Familie des Verschwundene befragt werden.
Dabei gehe es um die Frage, was für eine Persönlichkeit der Verschwundene gewesen sei. Immer wieder komme es vor, das die Ermittler ein bislang geheimes Doppel-Leben aufdeckten. Der Polizeipsychologe nannte es erstaunlich, wie groß oft die Erinnerungslücken von Angehörigen seien. Das erschwere zum Beispiel die Erstellung von Phantom-Bildern.
Seit Bestehen der Bundesrepublik sind nach Angaben von Adolf Gallwitz 45.000 Menschen verschwunden. Darunter 2.500 Jugendliche und 1.000 Kinder. 80 Prozent der Vermissten tauchen jedoch von selber wieder auf.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)