21. Mai 2012
Justizopfer - das ist die offizielle Bezeichnung für Menschen, die zu Unrecht verurteilt wurden. In den USA haben Jura-Professoren eine nationale Datenbank aufgebaut, die diese Fälle erfasst. Laut den Wissenschaftlern wurden zwischen 1989 und heute in den USA 2.000 Gefängnisinsassen, die für schwere Verbrecher verurteilt wurden, im Nachhinein offiziell entlastet. Für knapp 900 haben sie detaillierte Informationen, die sie ausgewertet haben. Demnach haben die Unschuldigen im Durchschnitt elf Jahre im Gefängnis verbracht. Neun von zehn waren Männer und die Hälfte war afroamerikanischer Herkunft.
Dem Juristen Samuel Gross zufolge sind die jetzt recherchierten Fälle nur die Spitze des Eisbergs. Die Fallsammlung sei nicht vollständig. Die meisten Justizirrtümer würden nie aufgedeckt. So säßen die Menschen ihre Zeit ab oder würden im Gefängnis sterben. Die Studie würde zeigen, dass das Justizsystem mehr Fehler mache als die Menschen dachten.
Der Zeitung "USAtoday" sagte Gross, trotz der zusammengetragenen Daten gelte, dass die überwältigende Mehrzahl der Verurteilten schuldig sei.
Die beteiligten Jura-Professoren sind von der University of Michigan Law School und dem Center on Wrongful Convictions at Northwestern University School of Law.
Artikel der Washington Post zu der Datenbank.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)