22. Mai 2012
Lebende Bakterien als Datenspeicher? Bei einer Kapazität von nur einem Bit pro Zelle dürfte das kaum eine Konkurrenz für gängige Computerspeicher sein. Wie US-Forscher der Stanford-Universität im Fachmagazin "PNAS" schreiben, versteckten sie die Information dabei in der Einbaurichtung eines Stücks der DNA der Bakterien. In der einen Richtung eingebaut steht es für die Information 0, in der Gegenrichtung für die 1 - vergleichbar mit dem Bit bei digitalen Datenträgern. Acht Bit ergeben ein Byte, mit dem sich beispielsweise ein Buchstabe kodieren lässt.
Das Ziel der Forscher ist allerdings nicht, Bakterien als Festplatten zu nutzen. Je nachdem, wie herum das DNA-Fragment in das Erbgut eingebaut war, leuchtete die Zelle unter einem speziellen Licht entweder grün oder rot. Dieses Verhalten lässt sich den Forschern zufolge in der biotechnologischen Arzneimittelproduktion nutzen. Die Farbe der Bakterienzelle wäre dabei ein leicht erkennbares Signal, das auf den Zustand der DNA schließen lässt. Außerdem kann die Farbe auch signalisieren, wie oft sich die Zelle schon geteilt hat - ein praktisches Hilfsmittel für die Grundlagenforschung in der Zellbiologie.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)