22. Mai 2012

Mikroorganismen lassen Korallen sterben

Korallen lieben klares Wasser - und zwar nicht nur, damit man ihre Schönheit sieht. Dass Korallen unter dem Schlick leiden, der von Flüssen ins Meer gebracht wird, ist schon länger bekannt. Unklar war bisher der genaue Prozess, der zum Absterben der Korallen führt. Experimente am Max-Planck-Institut in Bremen und an Riffen in Küstennähe und auf hoher See ergaben nun, dass die Mikroorganismen in den nährstoffreichen Sedimenten Schuld sind. Ihre Stoffwechselprozesse vermindern den Sauerstoffgehalt und erhöhen den Säuregehalt im Wasser. Dadurch wird das Korallengewebe abgebaut. Der Schwefelwasserstoff, der dabei entsteht, beschleunigt wiederum das Absterben benachbarter Korallen, die gar nicht von Schlickablagerungen betroffen waren. Der Studie zufolge führen nährstoffreiche Ablagerungen in nur ein bis zwei Tagen zum Tod der Korallen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)