22. Mai 2012
"Fangprämien" sind im deutschen Gesundheitswesen gängige Praxis. Das besagt eine repräsentative Studie im Auftrag des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung, GKV. Demnach bestimmen oft Prämiengelder oder Sachleistungen, zu welchem Arzt oder zu welcher Klinik ein Patient geschickt wird.
Der Aussage, solche Zuweisungen von Patienten gegen Vorteile seien üblich, stimmten 35 Prozent der befragten niedergelassenen Ärzte zumindest teilweise zu. Jeder fünfte Arzt gab an, er kenne die berufsrechtlichen Verbote gar nicht. Gernot Kiefer aus dem Vorstand des GKV-Spitzenverbandes bezeichnete das als Skandal. Denn hochgerechnet hieße das, dass schon heute mehr als 27.000 Ärzte gegen das Berufsrecht verstießen.
Die Bundesärztekammer zweifelt die Ergebnisse der Studie an. Ihr Präsident Frank Ulrich Montgomery sagte im Interview mit "NDR Info", wenn die Studie stimme, müsste es viel mehr Anzeigen geben. Den Autoren warf er Stimmungsmache zum heutigen Auftakt des 115. Deutschen Ärztetages vor.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)