22. Mai 2012
Die einzigartigen Seegraswiesen des Mittelmeeres könnten schon Mitte des Jahrhunderts aussterben.
Ein internationales Forscherteam schreibt im Fachblatt "Nature Climate Change", dass sich die Todesrate des Neptungrases verdreifache, wenn die maximalen Wassertemperaturen nur um drei Grad anstiegen. Selbst bei eher optimistischen Voraussagen drohe den Seegraswiesen deshalb bis 2050 das Aus. Das nur im Mittelmeer vorkommende Neptungras habe kaum Möglichkeiten, sich an die steigenden Temperaturen anzupassen und könne aus der Enge des Mittelmeeres auch nicht in kühlere Meeresgebiete ausweichen.
Das Neptungras bildet im Mittelmeer ausgedehnte Unterwasserwiesen, die bis zu 50.000 Quadratkilometer bedecken. Sie gehören nach Ansicht der Forscher zu den wertvollsten Lebensgemeinschaften der Erde, weil sie vielen Arten einen Lebensraum bieten und die Küstengebiete vor Erosion schützen. Die Algen wachsen allerdings extrem langsam, nämlich nur um etwa einen Zentimeter pro Jahr.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)