23. Mai 2012
Wer mit dem Einkauf von Bio-Lebensmitteln Gutes tut, verschiebt offenbar sein moralisches Koordinatensystem zu seinen Gunsten und wird selbstgerechter. Darauf deutet die Untersuchung eines US-Psychologen im Fachjournal "Social Psychological and Personality Science" hin. Er teilte rund 60 Probanden in drei Gruppen ein und ließ sie entweder Bilder von Bio-Nahrung, verarbeiteter Ware oder neutralen Lebensmitteln betrachten. Danach machte er zwei Moraltests mit ihnen. Und stellte fest: Die Bio-Gruppe verurteilte Verfehlungen von anderen strenger und war selbst weniger hilfsbereit.
Die Ergebnisse passen laut zu ähnlichen früheren Studien, zum Beispiel im Journal "Psychological Science". Demnach verhalten sich Menschen offenbar eher daneben, wenn sie sich zuvor als moralisch gut darstellen konnten. Das Phänomen heißt in der Psychologie "Moral Credentials" - also "moralischer Kredit".
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)