23. Mai 2012

Kritik an Gurten und Gittern in Pflegeheimen

Es ist für viele Menschen ein Albtraum, der aber vermeidbar sein könnte - im Pflegeheim mit Gittern und Gurten im Bett oder im Rollstuhl festgehalten zu werden. Nach Angaben der Krankenkassen werden in deutschen Pflegeheimen mehr als 140.000 Menschen so ans Bett gefesselt, in Schätzungen ist die Zahl noch höher.

Forscher der Universitäten Hamburg und Witten/Herbecke kommen in einer Studie zu dem Ergebnis, dass zu oft "fixiert" werde, wie es in der Branche heißt. Ihrer Ansicht nach sind die Methoden nicht gerechtfertigt, da sie nur als letztes Mittel erlaubt sind. Oft fürchtete das Pflegepersonal zum Beispiel bei Parkinson-Patienten, dass sie sich bei Stürzen verletzten - dabei seien auch die Gurte nicht ungefährlich.

Nach Ansicht der Forscher sind viele Fixierungen vermeidbar, wenn das Personal besser geschult würde. Schwere Stürze ließen sich auch durch niedrige Betten verhindern. Außerdem könnten Sensormatten in den Betten Alarm schlagen, wenn ein Patient aufsteht.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)