24. Mai 2012
Diktaturen überleben länger, wenn sie Wahlen abhalten. Dieser Ansicht ist der Berliner Politikwissenschaftler Alexander Schmotz. Er warnt in der "Süddeutschen Zeitung" vor überzogenen Erwartungen an Demokratisierungsprozesse. Er schreibt, Diktatoren hielten oft Wahlen ab, mit denen am Ende nur die eigene Macht gesichert werde.
Schmotz vertritt die Position, eine solche Abstimmung sei ein Stimmungstest für das Regime und verschaffe ihm Legitimität im In- und Ausland. Die Opposition dagegen befinde sich in einem Dilemma: Nehme sie an den Wahlen teil, sei das auch eine Anerkennung der Prozedur. Ein Boykott dagegen beraube sie einer Möglichkeit zur Mitsprache.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)