25. Mai 2012
Jetzt werfen wir einen Blick zurück in die Geschichte. Heute vor 25 Jahren, am 25. Mai 1987, wurde die "Laichinger Hungerchronik" als Fälschung enttarnt.
In der Handschrift aus dem 19. Jahrhundert beschreiben angebliche Zeitzeugen, wie sie die Hungersnot in der Schwäbischen Alb erlebt haben. Die Hungersnot in den Jahren 1816 und -17 gab es wirklich.
Hundert Jahre später aber veröffentlichte ein Volksschullehrer ein Dokument aus 40 handgeschriebenen Seiten, die er angeblich geerbt hatte. Darin heißt es, dass für die Not vor allem jüdische Getreidehändler verantwortlich gewesen seien, die das Korn erst billig gekauft und dann zu Wucherpreisen wieder verkauft hätten.
Jahrzehntelang zitierten Wissenschaftler aus diesem Dokument. Sie hielten es für echt. Erst 1987 schaute sich ein Stadtarchivar die "Hungerchronik" genauer an und entlarvte sie als Fälschung. Offenbar hatte der Volksschullehrer auf diese Weise Stimmung gegen Juden machen wollen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)