25. Mai 2012
Giftmüll aus Indien, der in Deutschland entsorgt werden soll? Nein danke, sagen Umweltschützer. Die deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ hatte vor einigen Tagen mitgeteilt, dass Indien beschlossen habe, 350 Tonnen Chemieabfälle in Deutschland verbrennen zu lassen. Dagegen wehrt sich jetzt der Bund für Naturschutz BUND.
Die Chemieexpertin des BUND, Claudia Baitinger, sagte der "Berliner Zeitung", es bestehe der Verdacht, dass der Sondermüll aus Profitinteresse nach Europa geholt werde. Wahrscheinlich handele es sich um hochgiftige Reste aus der Pestizid-Produktion. Nach UNO-Richtlinien dürfe der Müll Indien aber nicht verlassen.
Der Giftmüll stammt von einem US-Unternehmen. Das Unternehmen war Verursacher einer Chemiekatastrophe 1984, an deren Folgen bis heute mehr als 25.000 Menschen starben. 500.000 wurden verletzt. Der jetzt zu entsorgende Giftmüll soll indischen Medienberichten zufolge aus der Zeit vor der Katastrophe stammen.
Bevor der Müll in Deutschland entsorgt werden kann, müssen erst die deutschen Behörden zustimmen. Dass sie das tun, gilt der GIZ zufolge als unsicher.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)