30. Mai 2012

Krankenkassen warnen vor unnötigen Eingriffen

Die Krankenhäuser nehmen immer mehr schwere Eingriffe vor, die medizinisch nicht unbedingt nötig sind. Zu diesem Schluss kommt der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen und verweist auf eine in Auftrag gegebene Studie. Demnach ist die Zahl der Behandlungen insgesamt zwischen 2006 und 2010 um 13 Prozent angestiegen. Wie der Leiter der Studie sagte, ist ein Teil darauf zurückzuführen, dass die Gesellschaft älter wird. Der Spitzenverband kritisierte, dass ein Teil des Anstiegs der Behandlungszahlen ökonomisch motiviert sei.

Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie warnte bereits im April davor, dass die Kliniken ihre Patientenzahl und damit die Zahl der Operationen steigern, um wirtschaftlich zu arbeiten. Der ökonomische Druck auf die Kliniken habe sich seit der Einführung des Fallpauschalensystems drastisch erhöht.

Bei einer Fallpauschale hat jede Diagnose ihren festen Preis. Die Vergütung ist somit unabhängig von dem im einzelnen Fall tatsächlich entstandenen Aufwand. Fallpauschalen sollen den Anreiz schaffen, pro Fall möglichst wenig Ressourcen einzusetzen. Im deutschen Gesundheitswesen wurde 2003 auf das Fallpauschalensystem umgestellt.

Bericht über die Anreizsysteme in der Medizin vom ARD-Magazin Monitor

Grafik zur Entwicklung der Behandlungsfälle in der Krankenhausstatistik

Finanzentwicklung der GKV 2011

RWI-Studie über Situation der Kliniken.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)