31. Mai 2012

China: Internetslang in offiziellen Schreiben verboten

"Liebelein, bitte stell Dich doch der Polizei. LG, der Polizeipräsident"

Einen so formulierten Haftbefehl hat kürzlich laut der Zeitung "Beijing Times" ein Polizist einem Verdächtigen übergeben. Das chinesische Bildungsministerium möchte so etwas in Zukunft nicht mehr lesen und verbietet deshalb in seinen offiziellen Schreiben den Gebrauch von Internetslang. Der hat sich inwzischen auch im allgemeinen Sprachgebrauch in China weit verbreitet. Ein Grund dafür ist die Internet-Verkaufsplattform Taobao, das chinesische Pendant zu Ebay.

Ein Vertreter der Abteilung für Sprache im Bildungsministerium sagte, man unterstütze die Weiterentwicklung der chinesischen Sprache durchaus. Beamte sollten aber in Zukunft beim formellen Ton bleiben, um ihre Autorität zu wahren. Die Taobao-Sprache verwendet viele Abkürzungen und Verniedlichungen. Sie findet sich mittlerweile auch auf vielen Verkehrshinweisschildern.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)