5. Juni 2012

Bildungsforscher: Ganztagsschulen fehlen Konzepte und Qualitätsstandards

Der Ausbau der Ganztagsbetreuung an deutschen Schulen kommt voran, aber es ist eine Reise ohne klares Ziel.

Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Deutsche Jugendinstitut im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung erstellt hat. Demnach werden Schüler in Deutschland inzwischen an jeder zweiten Schule ganztägig betreut. Das ist ein plus von acht Prozent zum Schuljahr davor. Nach Erkenntnissen des DJI fehlt es jedoch an übergreifenden Konzepten und Qualitätsstandards.

Die meisten Ganztagsschulen gibt es der Studie zufolge in Sachsen, die wenigsten in Sachsen-Anhalt. Am wenigsten genutzt wird die Ganztagsbetreuung in Bayern. Dort halten sich nur gut zehn Prozent der Kinder auch am Nachmittag in der Schule auf. Im bundesweiten Durchschnitt sind es 28 Prozent.

Das Deutsche Jugendinstitut plädiert in der Studie dafür, die Teilnahme an der Ganztagsbetreuung zur Pflicht zu machen. Ganztagsschulen böten die größten Chancen für soziales Lernen und eine individuelle Förderung der Kinder. Nach Berechnungen des Bildungsforschers Klaus Klemm müssten die Bundesländer dafür aber 9,4 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich investieren.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)