6. Juni 2012
Kann man Doktoranden als Schwarzarbeiter bezeichnen? Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" tut es vorsichtig und bezieht sich auf Doktoranden an Max-Planck-Instituten. Sie sind nach Angaben der Zeitung in der Regel nicht als Mitarbeiter angestellt, sondern bekommen Stipendien. Die offizielle Begründung sei, dass sich die Doktoranden voll und ganz auf ihre wissenschaftliche Arbeit konzentrieren sollen. Theoretisch besteht dann auch keine Anwesenheitspflicht, keine Pflicht, sich krank zu melden, und auch keine dazu, Mitarbeiter zu vertreten.
Die Realität sieht der "FAZ" zufolge aber anders aus. Stipendiaten würden wie normale Mitarbeiter behandelt - mit dem Unterschied, dass sie am Sozialsystem veorbeigeschleust würden. Denn für Stipendiaten werden keine Steuern und Sozialabgaben gezahlt. Die "FAZ" spricht von Scheinarbeitsverhältnissen.
Die "taz" hatte vor Kurzem über solche Verhältnisse auch bei Postdocs berichtet. Das ARD-Magazin "Monitor" berichtete über prekäre Arbeitsverhältnisse bei wissenschaftlichen Mitarbeitern.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)