6. Juni 2012
Was Europas Datenschützer noch fürchten, scheint in China schon Realität zu sein. In Peking hat die Polizei eine Straßenkarte mit personifizierten Daten der Hausbewohner erstellt. Wie die Zeitung "Beijing Youth Daily" berichtet, wurden dafür Daten der Einwohnermeldeämter verwendet - zum Beispiel Geburtsdatum und -ort, Beruf und Nationalität. Die Polizei erklärte laut der Zeitung, mit Hilfe der Karte habe man bereits mehrere hundert Straftäter lokalisieren und festnehmen können. Außerdem könne man anhand der Karte Rückschlüsse auf die Bevölkerungsdichte in bestimmten Stadtteilen ziehen und so in Zukunft den öffentlichen Nahverkehr besser anpassen. Die Polizei schließt nicht aus, die Karte auch anderen Regierungsstellen zur Verfügung zu stellen.
Chinesische Datenschützer zeigten sich besorgt. In der vergangenen Woche hatte ein Hackerkollektiv erklärt, die Netzwerke chinesischer Staatsbehörden seien aufgrund fehlender Sicherheitsvorkehrungen sehr anfällig für Cyberangriffe. Die Hacker hatten sich Zugang zum Intranet des größten staatlichen Telefon- und Internetanbieter China Telecom verschafft und knapp tausend Nutzernamen und Passwörter von Mobilfunkkunden im Internet veröffentlicht.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)