6. Juni 2012
Die Vatileaks-Affäre nutzt vor allem den Feinden der Katholischen Kirche. Davon ist der Vatikan-Insider Manfredo Ferrari überzeugt. Dennoch ist die Veröffentlichung geheimer Dokumente aus dem Umfeld des Papstes für ihn keine Palastrevolution, sondern eher die Tat einzelner unzufriedener Prälaten. Ferrari sagte in der Deutschlandfunk-Sendung "Tag für Tag", echte Skandale seien in den Briefen und Aktennotizen nicht verborgen.
Aber es gebe im Vatikan durchaus Machtbestrebungen, die nicht sehr christlich seien. In den Leitungs- und Verwaltungsstrukturen herrsche Misstrauen, Vetternwirtschaft und es fehle eine echte Koordination. Ferrari rät deshalb zu einer Reform der Kurie moralischer Art und wirbt für Werte, die in der christlichen Kirche eigentlich per Definition vorhanden sein müssten: Ehrlichkeit, Offenheit und Barmherzigkeit.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)