6. Juni 2012

Tschechien: Diskriminierung von Roma-Kindern im Bildungssystem

"Amnesty International" und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte beklagen es schon seit Jahren. Nun hat sich auch der tschechische Ombudsmann für Bürgerrechte des Themas angenommen: Pavel Varvarovsky prangert die Ausgrenzung von Roma-Kindern im Bildungssystem seiner Heimat an.

Eine neue Studie seines Amtes habe Folgendes ergeben: Viele Roma-Kinder würden an Sonderschulen geschickt, die eigentlich für Kinder mit leichten Behinderungen gedacht seien. Auf diesen sogenannten "Praktischen Schulen" seien ein Drittel der Schüler Roma. In der Gesamtbevölkerung liege ihr Anteil aber nur bei knapp drei Prozent.

Der Ombudsmann warnte: Diese fortwährende Ausgrenzung liefere den Nährboden für eine noch größere soziale und ökonomische Armut einer weiteren Roma-Generation.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)