7. Juni 2012
Wer die Vielfalt der Arten in einer Weltregion bewahren will, sollte nicht nur auf das Gebiet selbst schauen, sondern möglicherweise tausende Kilometer weiter - in die Industrienationen. Das ist das Fazit, zu dem ein internationales Forscherteam bei seinen Untersuchungen zu Biodiversität gekommen ist. In der Zeitschrift "Nature" schreiben sie, allein der Konsumhunger der Deutschen und die damit verbundenen Lieferketten seien für die Gefährdung von 395 Arten verantwortlich. Deutschland stehe damit weltweit an Platz drei hinter den USA und Japan.
Zum Beispiel zerstöre die Kaffee- und Kakao-Produktion für die Industrieländer den Lebensraum des Klammerschwanzaffen ("Ateles geoffroyi") in Mexiko. Am stärksten bedroht sei die Tierwelt in den Exportländern Papua-Neuginea, Madagaskar und Indonesien.
Deshalb, so schlagen die Forscher vor, sollte der Schutz einer Tierart sich nicht nur auf die jeweiligen Gebiete konzentrieren, sondern auch die Abnehmerländer in die Pflicht nehmen. Zum Beispiel könnte der Handel mit bestimmten Produkten eingeschränkt werden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)