7. Juni 2012
Die einen reden von einem "Donnerschlag", die anderen von einer weiteren Durchleuchtung des menschlichen Embryos. US-Forscher haben nach eigenen Angaben erstmals das Genom eines Ungeborenen entschlüsselt, ohne dass sie in den Mutterleib eingreifen mussten. Sie verwendeten lediglich das Blut der Schwangeren und den Speichel des Vaters.
Bisher können mögliche Störungen im Erbgut des Embryos nur durch eine Gewebeprobe aus der Plazenta oder eine Fruchtwasseruntersuchung festgestellt werden. Vor allem letztere gilt als risikoreich.
Das neue Verfahren könnte zu einer neuen Diskussion über vorgeburtliche Untersuchungen führen. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob Eltern sich auch bei möglicherweise unerheblichen Beeinträchtigungen für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden könnten und so eine Art "Kind nach Wunsch" entstehen könnte. Der Humangenetiker und Medizinethiker Wolfram Henn von der Universität des Saarlandes zum Beispiel fordert deshalb, diese ethischen Fragen müsse die Politik lösen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)