8. Juni 2012
Waschbären gehören eigentlich nicht nach Deutschland, sondern nach Nordamerika. Trotzdem sind sie mittlerweile in zwei Dritteln der deutschen Jagdreviere zu finden. Vor sechs Jahren waren es noch 45 Prozent der Reviere. Das geht aus dem jüngsten Wildtiererfassungbericht der Länder hervor. Demnach breiten sich auch andere eingewanderte Tierarten immer weiter aus - zum Beispiel der Marderhund und der amerikanische Nerz. Aber weil viele eingewanderte Tiere bei uns keine natürliche Feinde hätten, habe das auch negative Folgen für heimische Arten. Vor allem bodenbrütende Wasservögel würden so zur Beute der Tiere. Aber auch Graureiher, Sumpfschildkröten und Uhus fielen den Räubern zum Opfer.
Die Jäger fordern deswegen eine effektive Kontrolle der Ausbreitung - unter anderem sei ein Verbot der Fallenjagd, kontraproduktiv für den Naturschutz.
Auch die Umweltorganisation WWF sieht heimische Tierarten bedroht. Zwar könne die Jagd gefährdete Arten stützen. Aber auch die Landschaft müsse weniger intensiv bewirtschaftet werden, so dass sie ausreichend Nahrung und Verstecke für heimische Arten biete.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)