11. Juni 2012

Forscherteam: Chinas Behörden rechnen sich CO2-Ausstoß schön

Eins plus eins ist gleich drei - oder? Ein vergleichbares Rechen-Problem hat China bei der Angabe seines CO2-Ausstoßes 2010. Wie das Fachjournal "Nature Climate Change" berichtet, verglich ein internationales Forscherteam die Angabe der CO2-Menge von Gesamt-China mit der Summe der Zahlen der 30 Provinzen. Beide Werte müssten eigentlich identisch sein - unterschieden sich aber um 1,4 Milliarden Tonnen. Das entspreche immerhin fünf Prozent der Emissionen weltweit oder dem jährlichen CO2-Ausstoß von Japan.

Laut dem Bericht erklärt Chinas nationales Statistikbüro den Unterschied damit, dass verschiedene Umrechnungsfaktoren verwendet würden. Die Wissenschaftler glauben das jedoch nicht. Sie vermuten, dass die Provinzen auf Druck von oben eine höhere Wirtschaftsleistung angaben und damit auch einen höheren Energieverbrauch. Andersherum sei es politisch auch erwünscht, den landesweiten CO2-Ausstoß möglichst niedrig anzugeben.

Laut den Forschern dürfte die kleinere chinaweite CO2-Menge aber dennoch eher stimmen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)