13. Juni 2012

Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich ist tot

Die Schuld der Väter im Zweiten Weltkrieg war eines ihrer Lebensthemen. Die Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich ist tot. Wie das Sigmund-Freud-Institut mitteilte, verstarb sie mit 94 Jahren im Familienkreis. Mitscherlich analysierte gemeinsam mit ihrem Mann Alexander in dem Werk "Die Unfähigkeit zu trauern" die deutsche Nachkriegsgesellschaft. Der Essayband von 1967 über die kollektiven Verdrängungsmechanismen der Deutschen gilt als Schlüsseltext der Studentenbewegung. Nach Meinung des Paares war die Nazivergangenheit nicht ausreichend aufgearbeitet worden.

Die als Tochter eines dänischen Arztes und einer deutschen Lehrerin geborene Mitscherlich studierte zunächst Medizin. Später wandte sie sich der Frauenbewegung zu. Wichtige Werke von ihr sind "Das Ende der Vorbilder" und "Die Zukunft ist weiblich".

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)