13. Juni 2012
Sie verzichten auf ihre Geschlechtsorgane, um sich besser fortpflanzen zu können. Was sich widersprüchlich anhört, funktioniert bei einer südostasiatischen Seidenspinnen-Art (Nephylengys malabarensis). Ein Biologe der Universität Singapur kommt zu dem Ergebnis, dass die Spinnen fitter sind, wenn sie beim Sex ihre Geschlechtsorgane verlieren.
Die Männchen beißen sich die Fortplanzungsorgane ab, so dass sie im Weibchen stecken bleiben. Zum einen, um die Begattung zu gewährleisten. Zum anderen, schreibt der Forscher aus Singapur in den "Biology Letters", wohl um mehr Kondition zu haben. Denn die Geschlechtsorgane machen fast zehn Prozent des Körpergewichts der männlichen Spinne aus - ohne hat sie mehr Ausdauer, das Weibchen gegen Rivalen zu verteidigen. In Experimenten hielten die Spinnen ohne Geschlechtsorgane doppelt so lange durch wie die noch unversehrten.
Für die männliche Seidenspinne ist die Fortpflanzung aber sowieso ein gefährlicher Akt. Drei Viertel der Männchen werden nach der Paarung vom Weibchen gefressen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)