13. Juni 2012
Das waren nicht nur Fußball-Krawalle, das ist ein historischer Konflikt. Nach Aussage des Gesellschaftswissenschaftlers Krzysztof Wojciechowski im Deutschlandfunk haben die Zusammenstöße zwischen polnischen und russichen Fans tiefgehende Wurzeln. Am Abend war nach dem EM-Spiel Polen gegen Russland in der Innenstadt von Warschau Gewalt ausgebrochen. 20 Menschen wurden verletzt, mehr als 180 festgenommen.
Laut Wojciechowski liegen die Krawalle darin begründet, dass Polen und Russen ihr historische Verhältnis nicht bereinigt hätten. Polen sei lange von Russland unterdrückt worden - die Polen nutzen kleine Gelegenheiten, um zurückzuschlagen. Wojciechowski sieht viele Polen anfällig für Parolen und Provokationen. Das Problem lasse sich nicht mit Erklärungen etwa von Fußball-Funktionären aus der Welt schaffen, sondern es müsse durch Politik gelöst werden.
Krzysztof Wojciechowski ist Direktor des Collegium Polonicum, einem Teil der Universität Viadrina in Frankfurt/Oder, angesiedelt im polnischen Slubice. Das Institut beschäftigt sich unter anderem mit der kulturellen Zusammenarbeit von Deutschen und Polen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)