13. Juni 2012
Es gibt Regionen auf der Welt, da haben viele Menschen noch nie ein iPhone gesehen. Die ländlichen Gebiete in der westchinesischen Provinz Sichuan sind so ein Beispiel. Fast ein Drittel der Bevölkerung lebt dort von weniger als einem Euro am Tag. Es gibt oft keine Telefon-, Internet,- oder Stromverbindung.
Diese Tatsache hat Kritik an der zentralen chinesischen Aufnahmeprüfung in Sichuan für die Universitäten ausgelöst. Wie die Zeitung "ChinaDaily" berichtet, seien einige Fragen zu sehr auf Schüler aus modernen Städten ausgelegt. So sollten die Abiturienten beispielsweise in einer Aufgabe den sozialen Einfluss von Aktiengesellschaften am Beispiel des US-Konzerns "Apple" beurteilen. Außerdem war in einer politikwissenschaftlichen Frage Bezug auf Kurznachrichtendienste wie "Weibo" genommen worden. Diese Fragestellungen gingen nach Meinung von Bildungsexperten von der Lebensrealität städtischer Schüler aus.
Prüfungsteilnehmer vom Land würden so diskriminiert. Im vergangenen Jahr kamen nach offiziellen Angaben 70 Prozent der Prüfungsteilnehmer in Sichuan aus ländlichen Regionen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)