14. Juni 2012

Sterbehelfer: Ärzte und Behörden in der Schweiz sind offener geworden

Patienten in der Schweiz sind mündiger als in Deutschland. Das meint Bernhard Sutter, Vizechef der Schweizer Sterbehilfeorganisation "Exit". Deshalb habe man in der Schweiz auch weniger Vorbehalte gegenüber dem Freitod. Sutter sagte der "Süddeutschen Zeitung", seiner Erfahrung nach seien Ärzte in Deutschland richtige Autoritätspersonen mit klaren Ansagen. In der Schweiz dagegen schlage der Arzt verschiedene Behandlungen vor und wolle dem Patienten bei seiner Entscheidung darüber lieber nicht reinreden. Deshalb hätten Schweizer Patienten auch weniger Probleme, über ihren eigenen Tod zu entscheiden.

Die Organisation "Exit" gibt es seit 30 Jahren. Sutter zufolge hat sich die Einstellung der Schweizer zur Sterbehilfe seitdem nicht verändert. Damals wie heute seien 75 Prozent der Bevölkerung dafür. Behörden und Ärzte seien aber sehr viel offener geworden, weil es nie zu Straf- oder Unfällen im Zusammenhang mit Sterbehilfe gekommen sei.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)