14. Juni 2012

Forscher haben Richter zu Problemen bei der Urteilsfindung befragt

Ein gerechtes Urteil ist so etwas wie ein Kunstwerk. So bezeichnen es Kommunikationswissenschaftler der Universität Mainz. In der "Frankfurter Allgemeinem Zeitung" haben Rudolf Gerhardt, Mathias Kepler und Stefan Geiß zusammen einen Gastbeitrag über die Kunst geschrieben, ein richterliches Urteil zu fällen. Sie beziehen sich auf eine Befragung von 500 Strafrichtern zu dem Thema.

Mehr als zwei Drittel der Befragten beklagen einen Zwiespalt zwischen dem Gesetz und dem eigenen Rechtsempfinden. Deshalb sprechen sie auch lieber von Urteils- als von Rechtsfindung. Knapp die Hälfte der befragten Richter sieht in einem Urteilsspruch auch Machtausübung. Das Hauptproblem bei der Urteilsfindung besteht den Wissenschaftlern zufolge für 85 Prozent der Richter darin, dass es oft zu wenig Beweise gebe. Der Einfluss der Medien auf Strafprozesse werde eher gering bewertet.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)