14. Juni 2012

Politikwissenschaftler: Russland will kein militärisches Eingreifen in Syrien

Moskau geht davon aus, dass es kein Waffenembargo gibt - zumindest kein offiziell von der UNO beschlossenes. So interpretiert Andrej Zagorski, Politikwissenschaftler am Moskauer Institut für Internationale Beziehungen, die Haltung Russlands gegenüber Syrien. Im Deutschlandfunk sagte er, die Argumentation der russischen Regierung, die aktuell geleisteten Waffenlieferungen hätten nichts mit dem Konflikt zu tun, sei jedoch schwer nachzuvollziehen. Daher ist es Zagorskis Ansicht nach höchste Zeit für ein solches Waffenembargo. In Bezug auf den russischen Vorschlag einer Syrien-Konferenz sagte der Politikwissenschaftler, dies sei vielleicht ein letzter Versuch, ein militärisches Eingreifen der internationalen Staatengemeinschaft zu vermeiden. Denn Russland sehe es grundsätzlich nicht als Aufgabe der internationalen Staatengemeinschaft an, das Schicksal der Staatsführung im jeweiligen Land zu beschließen. Trotzdem wisse Moskau längst, dass Assad nicht zu halten sei.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)