15. Juni 2012

Laubsäckchen als Indikator, ob ein Fluss gesund ist

Auch wenn sein Wasser sauber ist, kann ein Fluss krank sein.

Nach Ansicht von Biologen des Leibniz-Institutes für Gewässerökologie reicht die Sauberkeit allein deshalb nicht mehr aus, um den ökologischen Zustand eines Fließgewässers zu bewerten. Auch ein Mensch könne schließlich krank sein, ohne Fieber zu haben.

Die Forscher haben deshalb ein neues Verfahren entwickelt, um zu erkennen, ob charakteristische Prozesse in einem Fluss funktionieren, zum Beispiel der Abbau von Laub. Den leisten vor allem mikroskopisch kleine Pilze und kleine tierische Organismen wie Insektenlarven oder Krebse.

In einhundert Bächen in verschiedenen europäischen Ländern platzierten die Forscher Netzbeutel, die mit Erlen- und Eichenlaub gefüllt waren. Dann nahmen sie die Zeit, in der das Laub abgebaut wurde, und setzten sie in Beziehung zum Nährstoffgehalt des Wassers. Das Ergebnis: Wenn das Laub in sauberem Wasser überdurchschnittlich schnell abgebaut werde, weise das auf eine mögliche Störung des Nährstoffgehaltes hin.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)