15. Juni 2012

China will HIV-Risiko infolge von Bluttransfusion senken

Das Risiko, sich durch eine Bluttransfusion mit dem HI-Virus zu infizieren, ist in China hundertmal höher als in Deutschland. Der Grund: Spenderblut wird dort nicht grundsätzlich einem virusgenomischen Test unterzogen, der das Virus selbst nachweist. Stattdessen wird nur nach Antikörpern gesucht, die sich aber erst einige Wochen nach einer Infektion finden lassen. Und bis dahin ist Spenderblut in China oft schon übertragen.

Das daraus resultierende Risiko will die chinesische Regierung nun senken. Das Gesundheitsministerium hat nach eigenen Angaben ein gesondertes Budget bereitgestellt, um Kliniken den virusgenomischen Test künftig landesweit zu ermöglichen. Bisher fehlte dafür das Geld. Und weil die Bereitschaft zur Blutspende in China gering ist, blieb den Kliniken oft nichts anderes übrig, als frisches und damit risikobehaftetes Blut zu übertragen.

Schadenersatzklagen mussten sie dennoch nicht fürchten. Denn wer in China einer Transfusion zustimmt, weiß um das Risiko und erklärt sich damit einverstanden - notgedrungen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)