18. Juni 2012

Grünere Arktis könnte CO2-Freisetzung erhöhen

Bäume sind nicht automatisch Klimaretter. Zumindest nicht in der wärmer werdenden Arktis.

Wissenschaftler hatten bislang vermutet, dass die Tundra durch den Klimawandel grüner werde und so mehr Bäume auch mehr CO2 aufnähmen. Britische Forscher beschreiben im Fachjournal "Nature Climate Change" nun aber Messungen in Nordschweden, die das Gegenteil nahelegen. Die zusätzlichen Bäume absorbierten zwar doppelt so viel CO2. Das gleiche aber nicht die CO2-Menge aus, die durch das Auftauen des Bodens frei werde. Außerdem entdeckten die Wissenschaftler noch ein Problem: Offenbar wirken sich Birken stimulierend auf die Zersetzung von organischem Material im Boden aus, was die CO2-Freisetzung weiter erhöhe.

Die Forscher schreiben, es müsse noch überprüft werden, ob sich diese Beobachtung in anderen kalten Ökosystemen ebenso wiederfinde - oder ob sie nur durch bestimmte Bodenbedingungen und Baumarten verursacht werde. Die Arktis speichert derzeit mehr CO2, als in der Atmosphäre vorhanden ist. Deswegen halten sie Klimaforscher für einen wichtigen Ansatzpunkt im Kampf gegen den Klimawandel.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)