18. Juni 2012
Der Hype um die Neurowissenschaften ist übertrieben.
Dieser Meinung ist der Soziologe Torsten Heinemann von der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Er sagte hier bei DRadio Wissen, die Forschung habe zwar im Grundlagenbereich viel geleistet. Viele Versprechen seien aber nicht eingelöst worden, und oft seien die angebotenen Erkenntnisse eher banal. In diese Kategorie falle beispielsweise Ratgeberliteratur, die behaupte, auf neurowissenschaftlichen Erkenntnissen zu basieren. Einfache Deutungen von wissenschaftlichen Ergebnissen sind Heinemann zufolge auch für die Forscher selbst interessant. Sie hätten ein Interesse daran, mit ihrer Disziplin in den Medien als innovative Wissenschaft präsent zu sein.
Beobachtern empfahl Heinemann, weniger Ansprüche an die Neurowissenschaften zu stellen. Es könne nicht jede Forschung praktisches Wissen hervorbringen, und nicht jede Antwort könne einfach sein.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)