18. Juni 2012
Botox hilft auf jeden Fall gegen Falten. Ob es auch bei Migräne sinnvoll ist, war lange umstritten. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie DGN empfiehlt nun: Das Medikament sollte nur zur Behandlung häufiger Kopfweh-Attacken eingesetzt werden. DGN-Experte Hans-Christoph Diener beruft sich auf eine Auswertung von Untersuchungen, wonach Botox nur bei chronischer Migräne hilft. Von chronischer Migräne spricht man, wenn die Patienten 15 Tage im Monat betroffen sind.
Bei der Studie, die bereits im April in dem renommierten Medizinjournal Jama erschienen ist, kam heraus: Bei chronischen Leiden nahm die Zahl der Krankheitstage pro Monat im Vergleich zum Placebo-Präparat um zwei Tage ab. Hinsichtlich der Vorbeugung sei Botox genauso wirksam wie herkömmliche Mittel, habe aber weniger Nebenwirkungen.
Dazu gehört allerdings Nackensteifigkeit, Muskelschwäche oder Spannungsgefühle in der Haut. Angesichts dessen empfiehlt Diener, die Behandlung nur in spezialisierten Kopfschmerzzentren durchzuführen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)