19. Juni 2012

Forscher untersuchen Cholera-Erreger auf Haiti auf geographischen Ursprung

Es bleibt ein heißes Eisen: Wer hat die Cholera nach Haiti eingeschleppt, an der nach der Erdbebenkatastrophe von 2010 etwa 7.000 Menschen gestorben sind?

Die haitianische Bevölkerung hat UNO-Mitarbeiter aus Nepal im Verdacht. Und es gab bereits Studien, die bestätigten, der Erreger für die Durchfallerkrankung käme aus Südasien. Ebenfalls spekuliert wurde aber über Indien und Kamerun. Forscher der US-amerikanischen Universität von Maryland haben die Cholera-Erreger in Haiti erneut untersucht. Zu Beginn des Cholera-Ausbruchs hatten sie Daten von 81 Erkrankten aus 18 Städten gesammelt.

Wie sie in der Fachzeitschrift "PNAS" schreiben, fanden sie für die Cholera in Haiti zwei verantwortliche Bakterien. Die einen wiesen einen Stamm auf, wie er in Südasien oder Afrika vorkomme, die anderen stammten von Erregern, die auf den amerikanischen Kontinenten zu finden seien, etwa in Mexiko oder Brasilien. Die Forscher betonen, auch mit ihren Erkenntnissen könne man nicht deuten, wer genau den Erreger nach Haiti gebracht habe - um das eindeutig zu klären, brauche es weitere Studien.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)